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Ärzte Zeitung, 05.08.2004

BUCHTIP
Streß laß nach - mit Anleitung!

Probleme mit dem Chef, Reibereien mit den Kollegen, Termindruck, Ärger mit den Kindern - all das erzeugt Streß. Und ob Streß zur Würze des Lebens wird oder zu Schlafstörungen, Kopf- oder Magenschmerzen und schließlich zum Burn-out-Syndrom führt, hängt wesentlich davon ab, wie der einzelne damit umgeht.

Wem die Bewältigung von Streß nicht von vornherein gelingt, der kann es lernen: mit einem Programm, das seit 20 Jahren erfolgreich angewandt wird und zu den präventiven Leistungen der Krankenkassen gehört. Jetzt liegt das Handbuch für Kursleiter in überarbeiteter Fassung vor, mit theoretischen Grundlagen und klar in einzelne Schritte gegliedert.

So lernen die Kursteilnehmer die persönlichen Streßverstärker kennen: Perfektionismus, Einzelkämpfer-Mentalität, Einstellungen der Hilf- und Hoffnungslosigkeit, den Anspruch, es allen recht und alles selbst zu machen. Dann trainieren sie die drei Hauptwege, die aus der Sackgasse führen: Praktische Maßnahmen ergreifen (etwa Aufgaben delegieren und auch mal "nein" sagen), umdenken (etwa Leistungsansprüche überprüfen), sich erholen. Baustein für Baustein werden die Strategien eingeübt. Die beigefügte CD enthält Druckvorlagen für alle Materialien. (ars)

Streßbewältigung, Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung, Gert Kaluza; Springer-Verlag, 2004, 269 Seiten, 22 Abb., 34,95 Euro, ISBN 3-540-00868-3

Deutsches Ärzteblatt/PP/ Heft 11/ November 2004

Stressbewältigung
Rundum gelungen

Gert Kaluza: Stressbewältigung.
Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung.
Springer-Verlag, Berlin Heidelbergu. a., 2004, XII, 257 Seiten, 29 Abbildungen, 14 Tabellen, mit CD-ROM, gebunden, 34,95 EUR

Auf der Basis von gesicherten Erkenntnissen der Stressforschung bereitet der Band die Thematik fundiert, differenziert, anschaulich und kompetent auf. Die Bausteine des Manuals sind erprobte Bestandteile des psychologischen Gesundheitsförderungsprogramms"Gelassen und sicher im Stress", das auch als präventive Maßnahme zu empfehlen ist. Im ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen des Programms aufbereitet (Dimension: Information und Konzeption). Im zweiten Teil wird die Praxis mit Trainingsmodulen dargestellt. Hierzu gehören Entspannungsmethoden, ein Kognitionstraining (Dimension: Erkennen eigener Stressverstärker) sowie ein Problemlösetraining (Dimension: Identifizieren und Handeln). Gegensteuern lernt man im Modul Genusstraining sowie in den vertiefenden Ergänzungsmodulen. Die einzelnen Dimensionen werden systematisch und themengerecht aufbereitet. Weder die Gesamtkonzeption noch die einzelnen Bausteine wirken dogmatisch und damit Abwehr erzeugend. Sie setzen vielmehr einen hohen Wieder- und Selbsterkenntnisprozess in Gang, der die Compliance und den Aufbau einer anhaltenden Veränderungsmotivation wirksam unterstützt.
Die diagnostischen und Trainingsmaterialien lassen sich ebenso im Gesamtpaket wie auch in Einzelauswahl in der therapeutischen, beratenden wie auch schulenden Praxis einsetzen. Sie empfehlen sich besonders für das psychotherapeutische Setting bei vielen Störungsbildern im Jugend- und Erwachsenenalter und auch als Bestandteil einer Selbstmodifikation in der therapeutischen Weiterbildung.

Lobenswert: Der Band ist mit seinem zweifarbigen Druck, den Infoboxen und Beispielen sehr lesefreundlich aufgebaut. Alle Materialien liegen im PDF-Format auf der Buch-CD-ROM vor;so lassen sie sich in guter Qualität ausdrucken.

Fazit: rundum gelungen.
Joachim Hackler

Zeitschrift für Medizinische Psychologie 1/2005
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