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Basler, H.D., Hesselbarth, S., Kaluza, G., Schuler, M.; Sohn, W & Nikolaus, Th. (2003). Komorbidität, Multimedikation und Befinden bei älteren Patienten mit chronischen Schmerzen. Der Schmerz, 17, 252-260.

Abstract:

In der vorliegenden Studie geht es darum, die Komorbidität, die Medikation und das Befinden älterer Patienten mit chronischen Schmerzen zu untersuchen und einen Vergleich zwischen verschiedenen Versorgungseinrichtungen vorzunehmen. Im Rahmen einer Querschnittsbefragung mittels eines standardisierten Interviews wurden konsekutive Patienten mit chronischen Schmerzen und mindestens einer weiteren Diagnose einbezogen, die 65 Jahre oder älter waren. Die Patienten rekrutieren sich aus drei Schmerzpraxen (n = 117), zwei geriatrischen Kliniken (n = 86) und einer Schmerzklinik (n = 60). Das Durchschnittsalter der Stichprobe beträgt 76,29 Jahre (SD = 7,40). Der Anteil der Frauen beläuft sich auf 73,3 %. Im Durchschnitt liegen Diagnosen in fünf weiteren Organsystemen außer der Schmerzdiagnose vor. Die durchschnittliche Anzahl insgesamt eingenommener Medikamente beläuft sich auf 7,31 (SD = 2,66) mit einer Höchstzahl von 19 Medikamenten. Jeder zehnte Patient nimmt mehr als 10 Medikamente ein. Die Hälfte der Patienten (51,0 %) wird ausschließlich mit WHO-Stufe I-Analgetika behandelt, 24,7 % mit Medikamenten der Stufe II (entweder ausschließlich oder in Kombination mit Stufe I-Medikamenten), und 18,2 % erhalten Stufe III-Analgetika entweder allein oder in Kombination mit Analgetika anderer Stufen. 6,1 % der Patienten sind keine Schmerzmedikamente aus einer der drei WHO-Stufen verordnet worden. Fast drei Viertel geben an, Schmerzlinderung sei am ehesten durch Schonverhalten zu erreichen. Jeder zweite Patient fühlt sich häufig traurig und niedergeschlagen. Häufigste Beschwerden sind trockener Mund, Schlafstörungen, Müdigkeit, Verstopfung und Schwindel. Die Patienten aus der Geriatrie sind zu kennzeichnen durch höheres Lebensalter, höhere Schulbildung, eine geringere Ausbreitung des Schmerzes über den Körper, eine geringere Schmerzintensität und Schmerzdauer sowie eine geringere Anzahl verordneter Schmerzmedikamente, allerdings auch durch eine stärker ausgeprägte Komorbidität und stärkere funktionale Beeinträchtigung. De Patienten des Schmerzzentrums weisen häufiger Schmerzen im Bereich von Hüfte und Becken auf. Sie nehmen häufiger nur Stufe I-Analgetika und geben seltener eine regelmäßige Einnahme der Medikamente an. Sie fühlen sich am stärksten in ihren sozialen Kontakten beeinträchtigt, haben aber die größte Hoffnung auf Besserung ihres Zustandes.

Schlüsselwörter: chronischer Schmerz, Komorbidität, Multimedikation, Geriatrie

 

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