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Prävention der Beschwerdenchronifizierung nach unfallbedingter HWS-Distorsion durch aktive Frühmobilisation

Problemstellung: Der Anteil der Patienten mit persistierenden Beschwerden nach HWS-Distorsion aufgrund eines Pkw-Kollisionsunfalls wird nach sechs Wochen übereinstimmend mit etwa 60% angegeben. Die derzeitige Standardtherapie besteht in einer Immobilisation der HWS mittels einer weichen HWS-Krawatte. In der Literatur finden sich erste Hinweise auf eine Überlegenheit von aktiven physiotherapeutischen Frühbehandlungen.

Methode: In einer prospektiven, randomisierten Studie mit Kontrollgruppe wurden die Effekte einer aktiven physiotherapeutischen Frühmobilisation von Patienten mit HWS-Distorsion nach Pkw-Kollisionsunfall (sog. Schleudertrauma der Halswirbelsäule) im Vergleich zu einer passiven immobilisierenden Behandlung mit einer HWS-Krawatte untersucht.

153 Patienten mit isolierter HWS-Distorsion nach Pkw-Kollisionsunfall wurden zufällig zwei Therapiebedingungen zugeteilt: Therapie A: Weiche Zervikalstütze und antiphlogistische Medikation. Therapie B: Kurzfristiger Beginn einer Physiotherapie mit aktiven Übungen und antiphlogistische Medikation. Alle Patienten wurden zu drei Erhebungszeitpunkten untersucht: innerhalb von 48 Stunden (T1) sowie eine Woche (T2) und sechs Wochen (T3) nach dem Unfall. Die Zielvariablen "Schmerz" und "Beeinträchtigung" wurden mit einem Schmerztagebuch (Numerische Rating Skala) in der ersten und der sechsten Woche nach dem Unfall erhoben.

Ergebnisse: Bei gleichen Ausgangswerten zu T1 zeigten die Patienten der Therapie A sechs Wochen nach dem Unfall (T3) im Vergleich zu den Patienten der Therapie B eine signifikant geringere Schmerzintensität und Beeinträchtigung.

Diskussion: Die aktive Frühmobilisation führte zu einer relevanten Verbesserung des Behandlungsergebnisses im Sinne einer Prävention der Beschwerdenchronifizierung.

Literatur:

Schnabel, M., Vassiliou, T., Schmidt, T., Basler, H.D., Gotzen, L., Junge, A. & Kaluza, G. (2002). Ergebnisse der frühfunktionellen krankengymnastischen Übungsbehandlung nach HWS-Distorsion. Der Schmerz, 16, 15 -21.

Schnabel, M., Ferrari, D., Vassiliou, T. & Kaluza, G. (2004). Randomized, controlled outcome study of active mobilization compared with collar therapy for whiplash injury. Emergency Medicine Journal, 21(3), 306-310

 

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