|
Mehr desselben oder Neues gelernt? - Effekte eines Stressbewältigungstrainings im Betrieb
Effektives Bewältigungshandeln setzt ein breites Repertoire instrumenteller wie palliativer Coping-Strategien voraus. Primärpräventive Interventionen zur Stressbewältigung (Stressbewältigungstraining, SBT) sollten daher auf eine differentielle Erweiterung des individuellen Bewältigungsrepertoires abzielen. In dieser prospektiven kontrollierten Interventionsstudie wurden Veränderungen von Bewältigungsprofilen nach Teilnahme an einem innerbetrieblichen SBT untersucht. 82 erwerbstätige Personen nahmen an einem SBT teil, und 55 bildeten eine Kontrollgruppe (KG) ohne Intervention. Vor und nach der Intervention wurden von allen Pbn der Streßverarbeitungsfragen (SVF), das Profile of Mood States (POMS) sowie die Skala "Beanspruchung" des Freiburger Persönlichkeitsinventars (FPI) ausgefüllt. Eine über die SVF-Subskalenwerte berechnete Clusteranalyse erbrachte eine reliable und valide 3-Clusterlösung: Cluster 1 "aktiv-flexibles Coping" (n=53), Cluster 2 "rigid-instrumentelles Coping" (n=40) und Cluster 3 "resigniert-vermeidendes Coping" (n=44). Im Vergleich mit den KG-Personen des jeweiligen Clusters zeigten SBT-Teilnehmer des Clusters 2 signifikante Anstiege besonders hinsichtlich palliativer und SBT-Teilnehmer des Clusters 3 besonders hinsichtlich instrumenteller Coping-Strategien. Diese differentiellen Coping-Effekte waren positiv mit Befindensverbesserungen korreliert. Das SBT führte somit zu einer differentiellen Erweiterung initialer Bewältigungsprofile. Trainingsinduzierte Befindensverbesserungen gehen insbesondere mit solchen Coping-Veränderungen einher, die eine inhaltliche Erweiterung eines initial einseitig ausgerichteten Bewältigungsprofiles darstellen.
Literatur:
Kaluza, G. (2000). Changing unbalanced coping profiles - a prospective controlled intervention trial in worksite health promotion. Psychology and Health, 15, 423-433
Kaluza, G. (1999). Mehr desselben oder Neues gelernt? - Veränderungen von Bewältigungsprofilen nach einem primärpräventiven Stressbewältigungstraining. Zeitschrift für Medizinische Psychologie, 8, 73-84.
|