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Februar 2010

4 Mio Menschen leiden unter schweren Schlafstörungen

 

Der DAK-Gesundheitsreport 2010 legt den Schwerpunkt auf Schlafstörungen bei Berufstätigen: darüber klagt etwa die Hälfte aller Berufstätigen, 21% häufiger, 28% manchmal. Etwa 10% der Berufstätigen (ca 4 Mio Menschen) berichten über schwere Schlafstörungen: sie schlafen mehr als dreimal pro Woche schlecht und gehen übermüdet zur Arbeit.

Die häufigsten Schlafstörungen sind wiederholtes kurzes Aufwachen, längeres Wachliegen, nicht erholsamer Schlaf und sehr frühes Erwachen.

Wichtigste Auslöser der Schlafstörungen sind

  - besonderer Stress und Belastungen (40%)

  - Gedankenkreisen, Grübeln, Sorgen und Ängste (25%)

  - Störungen des Tagesrhythmus wie Schichtarbeit (20%)

Schlafprobleme können ein Frühzeichen sein für Überlastung, Burnout oder Depression.

Für den DAK-Gesundheitsreport 2010 wurden Daten von 2,5 Mio erwerbstätigen Versicherten ausgewertet sowie eine Befragung von 3.000 Arbeitnehmern im Alter von 35-65 Jahren durchgeführt.

(Quelle: http://www.presse.dak.de/ps.nsf)

Februar 2010

Spitzenverbände der Krankenkasssen legen Präventionsbericht 2009 vor

Im Jahr 2008 hat jeder achte gesetzlich Versicherte von Präventions- und Gesundheitsförderungsangeboten der Krankenkassen profitiert. Nach dem aktuellen Präventionsbericht der gesetzlichen Krankenversicherung wurden 2008 rund neun Millionen Menschen und damit deutlich mehr als im Berichtsvorjahr durch präventive und gesundheitsfördernde Maßnahmen der Krankenkassen erreicht. Insgesamt gaben die Krankenkassen für Primärprävention (individuelle und kollektive Angebote) und Gesundheitsförderung in Betrieben im Jahr 2008 knapp 340 Millionen Euro aus; das sind 40 Mio. Euro mehr als im Jahr 2007. Mit durchschnittlich 4,83 Euro je Versichertem wurde der gesetzlich vorgesehene Ausgaben-Richtwert von 2,78 Euro deutlich übertroffen.

Einen Download des vollständigen Präventionsberichts 2009 finden Sie hier.

November 2009

Fast jeder zweite Beschäftigte geht krank zur Arbeit

Bertelsmann Stiftung: Gutes Betriebsklima senkt Kosten

 

42 Prozent der abhängig und selbstständig Beschäftigten gibt an, in den vergangenen zwölf Monaten zweimal oder öfter krank zur Arbeit gegangen zu sein. Experten reden in diesem Zusammenhang von Präsentismus. Zwei Drittel der Befragten tun dies vor allem aus Pflichtgefühl und weil sonst Arbeit liegen bleibt. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung.. Ein "gesunder" Umgang mit Krankheit bei der Arbeit ist Führungssache. "Studien zeigen, dass Kosten von Präsentismus deutlich über denen liegen, die infolge von Krankmeldungen anfallen. Die engagierte Führungskraft ist der Schlüssel, wenn es um Prävention von Präsentismus geht." so Dr. Stefan Empter, Senior Director der Bertelsmann Stiftung.

(Quelle: Bertelsmann-Stiftung, Gesundheitsmonitor 2009)

 

Oktober 2009

Deutschland auf Standby: Jeder Dritte steht unter Dauerdruck

Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Acht von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, jeder Dritte steht unter Dauerdruck. Stressfaktor Nummer eins ist der Job: Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit. Hetze und Termindruck sind die Hauptgründe. Zudem leiden viele darunter, via Laptop oder Blackberry rund um die Uhr erreichbar zu sein - insbesondere Führungskräfte. Bereits jeder dritte Berufstätige fühlt sich stark erschöpft oder gar ausgebrannt. Und das schlägt sich auch in hohen Fehlzeiten nieder, wie der TK-Gesundheitsreport zeigt. So waren die Menschen hierzulande im letzten Jahr fast zehn Millionen Tage wegen Burnout-Symptomen krankgeschrieben. Das heißt: Rund 40.000 Arbeitskräfte fehlten über das ganze Jahr im Büro oder an der Werkbank, weil sie sich ausgebrannt fühlten. Nähere Informationen finden Sie hier.

 

September 2009

Gesunde Lebensweise senkt das Risiko für chronische Erkrankungen um 78 Prozent

Wer niemals geraucht hat, nicht massiv übergewichtig ist, pro Woche mehr als dreieinhalb Stunden körperlich aktiv ist und sich gesund ernährt, hat im Vergleich zu einer Person, die sich gegenteilig verhält, ein um 78 Prozent vermindertes Risiko, chronisch zu erkranken. Detailliert betrachtet, sinkt bei einer solchen gesunden Lebensweise das Diabetesrisiko sogar um 93 Prozent und das Herzinfarktrisiko um 81 Prozent. Das Schlaganfallrisiko vermindert sich dabei immerhin noch um die Hälfte und das Krebsrisiko um 36 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer großen Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam.

Grundlage der Studienergebnisse waren Daten von 23.153 weiblichen und männlichen Studienteilnehmern der Potsdamer European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC). Im Schnitt waren die Frauen und Männer bei Studieneintritt 49,3 Jahre alt. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug etwa acht Jahre.

„Wer einen BMI unter 30 aufweist, vermindert allein hierdurch sein Risiko chronisch zu erkranken um mehr als die Hälfte"., sagt Studienleiter Heiner Boeing. "Dies trifft besonders auf das Typ-2–Diabetesrisiko zu. Ist man dann auch noch sein Leben lang Nichtraucher, so vermindert sich das Risiko für chronische Erkrankungen sogar um 70 Prozent. Aber auch Raucher und Exraucher können ihr Risiko durch eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht um bis zu 70 Prozent senken“.

Nähere Informationen zur Potsdamer EPIC-Studie finden Sie hier.

 

Juni 2009

Förderung der psychischen Gesundheit- "ProMenPol" -Datenbank

Im Rahmen des EU-Projekts "Promoting und Protecting Mental Health - Supporting Policy through Integration of Research, Current Approaches and Practices" unter Federführung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin wird eine Datenbank mit Instrumenten („Tools“) zur Förderung der psychischen Gesundheit aufgebaut. Die Datenbank umfaßt sowohl diagnostische Instrumente als auch Interventionsprogramme, die besonders für den Einsatz im Rahmen von Gesundheitsförderungsaktionen in Schulen, in Betrieben oder in Altersheimen geeignet sind.
Die "ProMenPol" -Datenbank finden Sie hier.

 

April 2009

Wie Stress auf Dauer das Herz schädigt

Das Auftreten der koronaren Herzkrankheit, also die Erkrankung von Herzkranzgefäßen, wird durch Stress am Arbeitsplatz begünstigt.

Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber die zugrunde liegenden Mechanismen waren bislang ungeklärt. In der Whitehall-2-Studie wurden 10.308 Angestellte in London seit 1985 beobachtet, unter anderem in Bezug auf Stress am Arbeitsplatz. Heraus kam, dass von einer koronaren Herzkrankheit vorwiegend jüngere Arbeitnehmer betroffen waren. Die Dosis an Stress und die Wirkungsbeziehung auf das Risiko an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken, steht unmittelbar in Beziehung zueinander. Je mehr Stress, desto höher das Risiko. Die Gestressten aßen weniger Obst und Gemüse, bewegten sich weniger und waren häufiger übergewichtig. Zurückzuführen ist dies auf Verhaltensfehler derjenigen. Wer frustriert ist, isst mehr. Wer gestresst ist, mag sich nicht zusätzlich viel bewegen. Dieser Zusammenhang ist nicht ganz neu, jedoch nun von der Arbeitsgruppe in London wissenschaftlich korrekt nachgewiesen.

Deutsches Ärzteblatt - S. 369, Heft 10 vom 6.März 2009

 

März 2009

800 000 Deutsche "dopen" sich für den Job

Wegen Stress und Leistungsdruck greifen etliche Arbeitnehmer im Job zu aufputschenden Medikamenten. Dies geht aus dem DAK-Gesundheitsreport 2009 hervor. Eine repräsentative Befragung bei rund 3 000 Arbeitnehmern im Alter von 20 bis 50 Jahren ergab, dass 5 % der Befragten schon einmal mit Medikamenten ihre Konzentration. Stimmung oder Leistungsfähigkeit verbessert haben. 18.5 % kennen mindestens eine Person, die leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente ohne medizinische Erfordernis eingenommen hat. Dies sind gut 2 Mio Beschäftigte.

Die weitere Analyse ergab, dass etwa 800 000 regelmäßig und gezielt diese Medikamente als "Doping" nehmen und sie außerhalb der Apotheke beziehen. Männer neigen eher zu aufputschenden und konzentrationsfördernden Präparaten, Frauen bevorzugen beruhigende Mittel gegen depressive Verstimmungen oder Ängste.

Nähere Informationen zum DAK-Gesundheitsreport 2009 finden Sie hier.

 

September 2008

Ab 2009: Steuerfreiheit für betriebliche Gesundheitsförderung

Mit dem Jahressteuergesetz 2009 sollen die Prävention und die betriebliche Gesundheitsförderung gestärkt werden. Leistungen des Arbeitgebers, die den allgemeinen Gesundheitszustand der Arbeitnehmer verbessern, sollen bis zu einem Betrag von 500 Euro grundsätzlich von der Steuer freigestellt werden. Das können externe Kurse oder betriebliche Angebote sein.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium Rolf Schwanitz: "Die Neuregelung stellt eine echte Verbesserung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber dar. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern künftig gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten, die bis zu einem Betrag von 500 Euro steuerfrei bleiben. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und zur Stärkung der betrieblichen Gesundheitsförderung. Außerdem wird Bürokratie abgebaut."

Denn aufwendige Einzelfall-Prüfungen entfallen. Liegt eine Präventionsleistung des Arbeitgebers unter 500 Euro im Jahr, muss in der Regel nicht mehr – wie bisher – streng geprüft werden, ob die Präventionsmaßnahme zum Arbeitslohn zählt oder nicht.

Die geförderten Maßnahmen müssen hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a des SGB V entsprechen. Damit fallen unter die Steuerbefreiung insbesondere Leistungen, die im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen genannt sind.

Das Jahressteuergesetz ist vom Kabinett beschlossen worden und soll am 1. Januar 2009 in Kraft treten.

Juli 2008

Neuer GKV-Leitfaden zur Primärprävention und Gesundheitsförderung verabschiedet.

Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben ihren Leitfaden „Gemeinsame und einheitliche Handlungsfelder und Kriterien der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung von § 20 und 20a SGB V“ grundlegend überarbeitet. Mit diesem Leitfaden haben die Spitzenverbände der Krankenkassen prioritäre Handlungsfelder und Kriterien festgelegt, die für Maßnahmen der Primärprävention und den Arbeitsschutz ergänzende Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung durch die Krankenkassen verbindlich gelten. Bei der Neufassung der Bereiche „Stressbewältigung/Entspannung“ sowie „Gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung“ war der Leiter des GKM-Instituts Prof. Dr. G. Kaluza als wissenschaftlicher Berater tätig.
Den vollständigen Text des aktuellenLeitfadens finden Sie hier.

 

Januar 2008

Sammlung empirisch evaluierter Programme zur Primärprävention und Gesundheitsförderung.

Im Auftrag der Fachgruppe Gesundheitspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie hat Prof. Dr. G. Kaluza eine Umfrage zu empirisch evaluierten und psychologisch fundierten Programmen zur Primärprävention und Gesundheitsförderung im deutschsprachigen Raum durchgeführt. Die Ergebnisse der Umfrage liegen jetzt in Form einer Sammlung vor, die Beschreibungen von insgesamt 20 Programmen für erwachsene Zielgruppen und 10 Programmen für Kinder und Jugendliche enthält.
Detaillierte Angaben zu den Programmen finden Sie hier.

September 2007

Krank zur Arbeit? - Mehrheit der Deutschen arbeitet auch im Krankheitsfall

Nach jüngsten Angaben der Bertelsmann-Stiftung sind 71 Prozent der Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal zur Arbeit gegangen, obwohl sie sich richtig krank gefühlt haben. 46 Prozent geben an, dies sogar zweimal oder öfter getan zu haben.
Diese Zahlen sind erschreckend, erklären aber, warum der Krankenstand alleine als Größe für die Beurteilung des gesundheitlichen Zustandes oder Befindens von Arbeitnehmern bei weitem nicht ausreicht. Während der Krankenstand seit Jahren rückläufig ist, steigt die Zahl derer, die sich krank zur Arbeit schleppen, kontinuierlich an. Dieses Phänomen wird auch als Präsentismus bezeichnet. Studien aus den USA zufolge beläuft sich der Produktivitätsverlust durch dieses Verhaltens für den Arbeitgeber auf ca. 180 Millionen Dollar pro Jahr.
Als Beweggründe für das Arbeiten trotz gesundheitlicher Beschwerden werden vor allem Pflicht­gefühl (53 Prozent) und Rücksicht auf Kolleginnen und Kollegen (46 Prozent) genannt. Jeweils rund ein Viertel der Deutschen äußert, dass die Angst vor beruflichen Nachteilen oder Arbeits­platzverlust sie dazu bewogen hat, auch krank zur Arbeit zu gehen. Bei 13 Prozent der Befragten führt der Vorgesetzte regelmäßig ein Rückkehrgespräch mit dem Mitarbeiter, sobald er nach einer Krankschreibung wieder zur Arbeit erscheint. "Die Zahlen weisen darauf hin, dass die Fehlzeiten als alleinige Kennzahl für den Gesundheitszu­stand der Arbeitnehmer nicht mehr ausreichen", sagt Andreas Heyer, Projektmanager im Kompe­tenzzentrum Unternehmenskultur/Führung der Bertelsmann Stiftung. "Vielmehr muss die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der anwesenden Belegschaft in den Betrieben stärker beachtet wer­den. Denn Mitarbeiter, die sich trotz Krankheit zur Arbeit schleppen, sind durch Produktivitätseinbußen und Ansteckungsgefahr für Kollegen langfristig auch nicht im Interesse der Unternehmen", so Heyer.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann-Stiftung finden Sie hier.

 

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