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Die INTERHEART-Studie

Hintergrund Obwohl mehr als 80 % der weltweiten Belastung durch kardiovaskuläre Erkrankung Länder mit geringem bis mittlerem Einkommen betreffen, stammen die Daten zur Bedeutung von Risikofaktoren weitestgehend aus Industrienationen. Damit ist der Einfluss derartiger Faktoren auf das Risiko für die koronare Herzkrankheit in den meisten Regionen der Welt unbekannt.

Methode Wir entwickelten eine standardisierte Fall-Kontroll-Studie zum akuten Myokardinfarkt in 52 Länder, die alle bewohnten Kontinente repräsentieren. Die Studie schloss 15.152 Fallpatienten und 14.820 Kontrollen ein. Der vorliegende Beitrag berichtet über die Beziehungen von Raucherstatus, anamnestischem Bluthochdruck oder Diabetes mellitus, Waist-to-Hip-Ratio, Ernährungsgewohnheiten, körperlicher Aktivität, Alkoholkonsum, Apolipoprotein-(Apo-)Blutspiegeln und psychosozialen Faktoren mit dem Auftreten von Myokardinfarkten. Zu diesem Zweck wurden die Odds-Ratios und die entsprechenden 99-%-KI für den Zusammenhang zwischen Risikofaktoren und Myokardinfarkten sowie die bevölkerungsbezogenen Risiken berechnet.

Ergebnisse Die folgenden Faktoren zeigten einen signifikanten Zusammenhang mit dem Auftreten von akuten Myokardinfarkten (p < 0,0001 für alle Risikofaktoren und p = 0,03 für Alkohol): Rauchen (Odds-Ratio: 2,87 für aktuelle vs. Nie-Raucher; bevölkerungsbezogenes Risiko: 35,7 % für aktuelle und Ex-Raucher vs. Nie-Raucher), erhöhter ApoB/ApoA1-Quotient (3,25 für oberstes vs. unterstes Quintil; bevölkerungsbezogenes Risiko: 49,2 % für die obersten vier Quintile vs. unterstes Quintil), anamnestischer Bluthochdruck (1,91; bevölkerungsbezogenes Risiko: 17,9 %), Diabetes mellitus (2,37; bevölkerungsbezogenes Risiko: 9,9 %), abdominelle Adipositas (1,62 für oberstes vs. unterstes Tertil und 1,12 für mittleres vs. unterstes Tertil; bevölkerungsbezogenes Risiko: 20,1 % für die oberen beiden Tertile vs. unterstes Tertil), psychosoziale Faktoren (2,67; bevölkerungsbezogenes Risiko: 32,5 %), täglicher Verzehr von Obst und Gemüse (0,70; bevölkerungsbezogenes Risiko: 13,7 % gegenüber fehlendem täglichem Verzehr), regelmäßiger Alkoholkonsum (0,91; bevölkerungsbezogenes Risiko: 6,7 %) und regelmäßige körperliche Aktivität (0,86; bevölkerungsbezogenes Risiko: 12,2 %). Diese Zusammenhänge wurden bei Männern und Frauen, alten und jungen Menschen sowie in allen Regionen der Welt beobachtet. Zusammen machten diese neun Risikofaktoren 90 % des bevölkerungsbezogenen Risikos bei Männern und 94 % dieses Risikos bei Frauen aus.

Schlussfolgerungen Abweichungen der Lipidspiegel, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, abdominelle Adipositas, psychosoziale Faktoren, Obst- und Gemüseverzehr, Alkoholkonsum und regelmäßige körperliche Aktivitätmachen weltweit bei beiden Geschlechtern und in allen Altersgruppen und allen Regionen den größten Teil des Myokardinfarkt-Risikos aus. Diese Beobachtung weist darauf hin, dass präventive Ansätze weltweit an vergleichbaren Prinzipien orientiert werden können und potentiell in der Lage sind, die meisten vorzeitig auftretenden Myokardinfarkte zu verhindern.

Quelle: Yusuf S. et al. Effect of potentially modifiable risk factors associated with myocardial infarction in 52 countries (the INTERHEART study). Case-control study. Lancet 2004;364

 

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